• Fachschaft Katholische ReligionslehreDer Religionsunterricht gehört zum Bildungsauftrag der öffentlichen Schule. In einer Welt, die sich rasch verändert und Kinder und Jugendliche vor immer neue Anforderungen und Herausforderungen stellt, sollen sie Zuversicht und Orientierung für ihr Leben finden.
  • Der Religionsunterricht ist das einzige Schulfach, das im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankert ist (Art. 7,3).
  • Der Religionsunterricht ermöglicht Begegnungen mit dem christlichen Glauben und den Religionen. Er fördert Mitmenschlichkeit und Toleranz und hilft dazu, eine eigene Überzeugung zu wichtigen Lebensfragen zu finden und diesen Fragen nicht auszuweichen.
  • Der Religionsunterricht gibt den Schülern auch dann, wenn sie in ihrer Umgebung wenig religiöse Lebenspraxis finden, die Chance, Glaubensinhalte kennen zu lernen.
  • Hauptzeuge im christlichen Glauben ist Jesus Christus. In seiner Verkündigung, in seinem Handeln, Leben, Leiden und Sterben und vor allem in dem, was ihm an Ostern widerfuhr, bezeugt Jesus Christus, was Inhalt und Grund unseres Glaubens ist. Deshalb kann an Jesus Christus die christliche Antwort gewonnen werden auf die Fragen: Wer will ich werden? und: Was muss ich lernen? Er zeigt das Ziel bei der Suche nach dem eigenen Lebensweg und bei der Frage nach dem Sinn von Wirklichkeit. Er gibt Orientierung für die Beantwortung auch dieser Fragen. (Siehe die deutschen Bischöfe, Die bildende Kraft des Religionsunterrichts, 1996)
  • Der schulische Religionsunterricht, wie er im Verfassungs- und Schulrecht grundgelegt und im Beschluss der Gemeinsamen Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland dargestellt ist, leistet einen eigenständigen und unersetzlichen Beitrag zum Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule und zur Identitätsfindung und Lebensbewältigung junger Menschen.

Warum ein neuer Lehrplan?

Kompetenzorientierung als neue Form des Umgangs mit dem Wissen

Jugendliche stehen heute vor neuen Herausforderungen, auf die sie auch der Religionsunterricht an Berufsschulen vorbereiten soll.

  • Jugendliche müssen heute lernen, vernetzt zu denken. Durch die modernen Kommunikationsmedien verfügen Jugendliche rasch über Wissen. Sie müssen dieses Wissen mit ihrer Lebenssituation vernetzen und so neue Zusammenhänge herstellen. Es genügt nicht mehr, Fakten einfach nur zu kennen, sondern Schülerinnen und Schüler müssen fähig und bereit sein, Wissen auszuwählen, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, neue Wege zu entdecken und zu erfinden.
  • Leben und Arbeiten werden zunehmend komplexer, zukunftsoffener und unüberschaubarer. Die bloße Anhäufung von Wissen genügt nicht mehr, um im Leben zu bestehen. Vielmehr müssen Jugendliche lernen, situationsbezogen eigenständig oder zusammen mit anderen Lösungswege zu finden. Für sie wird es immer wichtiger, eigenverantwortlich mit Neuem und Unvorhersehbarem umzugehen können und Herausforderungen im Vertrauen auf ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten und gemeinsam mit anderen zu bewältigen.

Auch im weltanschaulichen Bereich entdecken Jugendliche viele Sinnangebote, mit denen sie sich auseinandersetzen können. Sie haben an weltanschaulichen Fragen ein vitales Interesse, weil sie für sich klären wollen,

  • welchen Sinn ihr Leben hat,
  • ob die Welt gerecht ist,
  • welchen Wert ihre Person hat,
  • wie sie ihr Leben nach ihren Interessen und Wünschen gestalten können und
  • was die Zukunft ihnen bietet.

Im Religionsunterricht entfalten die Schüler die Fähigkeit und Bereitschaft, sich sachgerecht und vernünftig mit diesen Fragen auseinanderzusetzen, Fragen zu entdecken und Antworten zu finden.

Für den Fachbereich Katholische Religionslehre
Gerhard Grimm, Studiendirektor