Startschuss zum Schulversuch „Werte.BS – Werte und Demokratie an der Berufsschule erfahren und erleben“: In Fürstenfeldbruck fand die Auftaktveranstaltung zum neuen vierjährigen Modellversuch statt, an dem sich zehn berufliche Schulen in ganz Bayern beteiligen.

Staatssekretärin Anna Stolz (Mitte) mit dem Schulleiter OStD Johann Riedl (3. v.r.) und dem "Werte.BS"-Team der Kaufmännischen Berufsschule DeggendorfStaatssekretärin Anna Stolz (Mitte) mit dem Schulleiter OStD Johann Riedl (3. v.r.) und dem "Werte.BS"-Team der Kaufmännischen Berufsschule Deggendorf„Wir wollen die Wertebildung an den beruflichen Schulen in Bayern stärken und gezielt weiterentwickeln“, betonte Staatssekretärin Anna Stolz bei der Auftaktveranstaltung des Schulversuchs „Werte.BS – Werte und Demokratie an der Berufsschule erfahren und erleben“ in Fürstenfeldbruck. In dessen Rahmen sollen Wertebildung und Demokratieerziehung in allen Bereichen von Schule und Unterricht systematisch verankert werden – über den Unterricht im Fach Sozialkunde hinaus: „Die jungen Menschen brauchen mehr als nur theoretischen Fachunterricht.

Nur wenn sie dazu motiviert werden, aktiv für ihre Interessen einzustehen und Verantwortung zu übernehmen, lernen sie, was Demokratie wirklich bedeutet. Und hier setzt der Schulversuch an: Er gewährt den Schülerinnen und Schülern größere Spielräume zur Mitwirkung, regt sie dazu an, die wichtigen Werte für ihr tägliches Miteinander bewusst zu leben. Ein großer Schritt hin zu mehr Eigeninitiative und selbstbestimmter Wertebildung“, so Anna Stolz über die Ziele.

Der Modellversuch wird von der vbw, der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft, maßgeblich unterstützt und hat eine Laufzeit von vier Jahren. Um Werte und demokratische Bildung an den Berufsschulen und Berufsfachschulen noch intensiver erfahrbar zu machen, sollen zum Beispiel neue Beteiligungsformate in der Schülermitverantwortung (SMV) erprobt werden. Zudem gilt es, handlungsorientierte Methoden der Wertebildung und der Demokratieerziehung systematisch einzubinden, wie zum Beispiel „Lernen durch Engagement“, bei dem die jungen Menschen ihre berufsbezogenen, praktischen Kenntnisse für das Gemeinwohl nutzen. So können Bäckerlehrlinge ihre Backkunst zum Beispiel für einen guten Zweck zum Einsatz bringen, indem sie Gebäck für die „Tafel“ beisteuern. Auch die Betriebe und andere externe Partner sollen im Bereich der Wertebildung miteinbezogen werden. Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., erklärte: „Besonders in den Berufsschulen ist es wichtig, Wertebildung und Demokratieerziehung stärker in den Fokus zu rücken. Denn die Berufsschule ist mehr als ein Ort der reinen Wissensvermittlung. Hinzu kommt die große Heterogenität der Schüler. Die Unterschiede in den Bereichen sozialer Hintergrund, ethnische Herkunft und Bildungsstand sind an den Berufsschulen besonders deutlich ausgeprägt. Daher müssen Schulen und Betriebe während der Ausbildung gerade auch wertebezogene Orientierung geben. Das Projekt ‚Werte.BS‘ setzt genau an diesem Punkt an.“

Auch die anderen Berufsschulen und Berufsfachschulen können von den Beispielen guter Praxis, die die Modellschulen entwickeln, profitieren: Die Homepage der Stiftung Bildungspakt Bayern stellt Ergebnisse und Informationen zum Projektverlauf laufend bereit. Für den voraussichtlich ab dem Schuljahr 2020/2021 in Kraft tretenden Lehrplan „Politik und Gesellschaft“, der den alten Lehrplan im bisherigen Fach Sozialkunde ersetzen wird, sind Fortbildungsveranstaltungen geplant. Diese werden maßgeblich von den Modellschulen mitgetragen.