Eingebettet in die Verpflichtung der Kaufmännischen Berufsschule Deggendorf „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ stellte die Asylsozialberatung Deggendorf Leben und Situation im Ankerzentrum Deggendorf vorEingebettet in die Verpflichtung der Kaufmännischen Berufsschule Deggendorf „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ stellte die Asylsozialberatung Deggendorf Leben und Situation im Ankerzentrum Deggendorf vorWer kennt das Ankerzentrum in Deggendorf? Stellt man diese Frage unseren Schülerinnen und Schülern, so erhält man meist folgende Antwort: „Ja, dort Richtung Bahnhof, oder?“

Doch was ist ein Ankerzentrum, woher kommen die jeweiligen Bewohner, was waren ihre Fluchtgründe bzw. Schicksale, welche (Bleibe-) Perspektiven haben sie? Darauf haben viele Schülerinnen und Schüler keine Antwort. Woher auch? Ein Großteil der Bevölkerung kennt das Ankerzentrum und deren Bewohner meist nur aus der lokalen Presse bzw. vom Hörensagen. Oftmals herrscht darüber hinaus auch Angst und Misstrauen gegenüber den Bewohnern des Ankerzentrums.

Um den Schülerinnen und Schülern der Kaufmännischen Berufsschule Deggendorf einen Zugang zur Thematik „Flucht und Ankerzentrum“ zu ermöglichen sowie die Bewohner des Ankerzentrums als „Mensch – wie du und ich“ in den Vordergrund zu stellen und somit Angst und Misstrauen gegenüber Fremden zu nehmen, war vergangene Woche die Asylsozialberatung Deggendorf zu Gast im Fachbereich Einzelhandel an der Kaufmännischen Berufsschule Deggendorf.

Einführend mit einem Überblick über die aktuelle Situation im Ankerzentrum stellten die Referenten drei verschiedene Kurzfilme/Videoportraits von Bewohnern des Ankerzentrums vor. Dies verbunden mit dem Ziel, die individuellen Schicksale der Flüchtlinge bzw. Flüchtlingsfamilien den Schülerinnen und Schülern der Einzelhandelsklassen EH10a sowie EH12a näher zu bringen.

Nach jedem Videoportrait traten die Referenten in den Dialog mit den anwesenden Jugendlichen. Die Auszubildenden lernten traurige und schicksalhafte Erfahrungen der jeweiligen Flüchtlinge kennen. Darüber hinaus wurde den Schülerinnen und Schülern klar, dass die Bewohner des Ankerzentrums in der Regel nur für eine (sehr) begrenzte Zeit bei uns sind, nicht arbeiten dürfen und ihre Zukunft einfach nur ungewiss ist. So war es nicht verwunderlich, dass eine tiefe Stille im Klassenzimmer herrschte und bei den Jugendlichen große Nachdenklichkeit entstand.

Am Ende der Veranstaltung waren sich die teilnehmenden Akteure einig: Persönliche Erfahrungen, Kommunikation und Botschaften machen das Thema Flucht erfahrbarer, sodass sich die Bedeutung von Freiheit und Frieden mit anderen Augen sehen lässt.

Abschließend bedankten sich alle Beteiligten – Auszubildende und Lehrer der Kaufmännischen Berufsschule Deggendorf bei der Asylsozialberatung Deggendorf für die Präsentation der Videoportraits, für ihre Bereitschaft über ihre Erfahrungen mit Flüchtlingen aus dem Ankerzentrum Deggendorf sowie über die aktuelle Flüchtlingssituation zu sprechen.