Industriekaufleute erlernen die Grundregeln der Ergonomie am Bildschirmarbeitsplatz

Auch der Arbeitsplatz des Schulleiters OStD Johann Riedl und seine Sitzposition wurden inspiziertAuch der Arbeitsplatz des Schulleiters OStD Johann Riedl und seine Sitzposition wurden inspiziertDie Schaffung gesunder und sicherer Arbeitsbedingungen sind eine wichtige Voraussetzung für gesundes Verhalten am Arbeitsplatz. Gerade für unsere Auszubildenden als junge Berufseinsteiger, ist es mit dem Übergang in die Arbeitswelt besonders wichtig, sie für diese Thematik stärker zu sensibilisieren. Dazu konnten wir Renate Wasmeier, Physiotherapeutin und Bewegungsfachkraft bei der AOK Deggendorf und zuständig für das betriebliche Gesundheitsmanagement, für eine Präventionsveranstaltung an unserer Schule gewinnen.

„Setzen Sie sich einmal richtig hin!“ so die erste Aufforderung von Renate Wasmeier an die Berufsschülerinnen und –schüler. Die Sitzpositionen schienen in der Klasse recht unterschiedlich und die Schülerinnen und Schüler stellten sich gedanklich die Frage, wer denn überhaupt die richtige Sitzhaltung in der Klasse eingenommen hat. Wasmeier stellte heraus: „Es gibt keine falsche Sitzhaltung, denn der Mensch ist kein Sitzapparat, sondern ein Bewegungsapparat!“ Das lange Sitzen und die fehlende Bewegung gefährden die Gesundheit erheblich. Langes Sitzen belastet den Rücken und Computerarbeit vor allem auch den Schulter- und Nackenbereich.

Zunächst erfuhren die Auszubildenden Grundsätzliches zu der richtigen Einstellung der Arbeitsgeräte, wie Schreibtisch- und Stuhlhöhe und der rückengerechten Körperhaltung im Arbeitsalltag. Wasmeier wies darauf hin, dass insbesondere Stuhl- und Schreibtischhöhe zueinander und zur jeweiligen Körpergröße passen müssen. Die Ober- und Unterarme sollten einen Winkel von mindestens 90 Grad zur Arbeitsfläche bilden. Die Schultern sind dabei entspannt, die Oberarme hängen locker herab. Ihre Füße sollten den Boden - oder bei Bedarf auch eine Fußstütze - mit ihrer ganzen Fläche berühren. Ober- und Unterschenkel sollten einen Winkel von mindestens 90 Grad bilden. Auch die Tastatur sollte nur etwa fünf bis zehn Zentimeter von der Tischkante entfernt aufgestellt werden, damit eine entspannte Handhaltung möglich ist.

Anschließend wurden den Schülerinnen und Schülern zahlreiche Bewegungsübungen vorgestellt, die sich ohne großen Aufwand einfach im Büro durchführen lassen. Dabei wurde speziell auf kräftigende Übungen für den Arbeitsalltag eingegangen, die jeder Auszubildende im Nachgang selbstständig durchführen konnte.

Neben einer guten und individuell eingestellten Arbeitsplatzausstattung ist auch ein dynamisches Sitzverhalten mit häufigem Aufstehen erforderlich, um Gesundheitsrisiken entgegenzuwirken. Die notwendige Bewegung lässt sich durch eine Steh-Sitzdynamik verwirklichen. Wasmeier verdeutlichte, dass eine sinnvolle Verteilung der Arbeitsaufgaben, die sitzende, stehende Tätigkeiten und Bewegung kombiniert, wie beispielsweise die Bildschirmarbeit, unterbrochen durch Telefonieren im Stehen und dem Gang zum Kopierer, zur Prävention erheblich beiträgt. Abschließend hatten unsere Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit den Büroarbeitsplatz unseres Schulleiters OStD Johann Riedl hinsichtlich der idealen ergonomischen Anforderungen genauer zu begutachten und ihm wertvolle Tipps zur richtigen Körperhaltung und Verbesserungspotentiale an der Arbeitsplatzgestaltung zu geben. Unsere Auszubildenden haben sehr viel in dieser Präventionsveranstaltung gelernt und werden dieses neue Wissen mit an ihren täglichen Arbeitsplatz nehmen und bestmöglich umsetzen.