Jürgen Grönke mit seinen Erfahrungen aus der Praxis zu Ladendiebstahl im EinzellhandelJürgen Grönke mit seinen Erfahrungen aus der Praxis zu Ladendiebstahl im EinzellhandelLaut dem Einzelhandelsverband (HDE) hatte der deutsche Einzelhandel 2016 ca. vier Mrd. € Inventurdifferenzen, die auf dem Weg in den Handel, durch Mitarbeiter, durch organisatorische Fehler und vor allem durch diebische Kunden entstanden sind.

Dieses große Problem des Einzelhandels griff Jürgen Grönke - von der GRÖNKE Wirtschafts- und Sicherheitsberatung- in seinem Vortrag vor den beiden Einzelhandels-Klassen  EH 10c und EH 11a der Kaufmännischen Berufsschule Deggendorf auf und erklärte ihnen, wie man „Schlauer als der Klauer“ wird.

Der Inhaber oder Geschäftsleiter muss zuerst die TOP-Regel beachten. Die Technik, also der Ladenbau, die Beleuchtung und Warensicherung sowie die Überwachung muss stimmen. Dabei ging Grönke auch immer wieder auf die rechtlichen Vorgaben ein, zum Beispiel muss bei einer Videoüberwachung laut Datenschutzgesetz auch rechtzeitig auf diese hingewiesen werden. Die Organisation eines Betriebes soll so aufgebaut sein, dass Diebstähle möglichst vermieden werden. Auch das Personal muss ausreichend geschult sein, um mögliche Ladendiebe zu erkennen und um sich richtig zu verhalten. 

Diese Grundlagen bekamen die Schülerinnen und Schüler in sehr lebendigen Beispielen und interessanten Fällen „geliefert“. Nach der rechtlichen Basis aus dem Strafgesetzbuch mit den Definitionen von Straftaten und Rechten beim Ladendiebstahl folgten klare, gut merkbare Anweisungen für das Verhalten der Verkäufer mit diebischen Kunden.

Es folgten Beispiele, wie man die Diebe an ihrem Verhalten erkennt bzw. wie man sie im Vorfeld daran hindert, etwas zu stehlen. Die Maßnahmen, die bei einem erkannten Diebstahl ergriffen werden sollten, durften die angehenden Einzelhändler  live miterleben. Durch ein Rollenspiel mit Schülern aus der EH11a stellte der Referent den optimalen Ablauf der Festsetzung eines Verdächtigen nach. Allerdings betonte er auch immer wieder, dass sich das Ladenpersonal bei nicht korrektem Vorgehen strafbar machen kann. Das „dicke Sparbuch“, das sie bräuchten, wenn sie zum Beispiel irrtümlich einen Kunden als Ladendieb vor anderen Kunden bloßstellen, zog sich immer wieder als roter Faden durch den Vortrag.

Am Schluss bedankten sich die Lehrerinnen OStRin Himmel und OStRin Brücklmayer bei Jürgen Grönke, auch im Namen der teilnehmenden Azubis, die jetzt gut geschult, professionell und mit sicherlich wesentlich weniger Angst mit Ladendieben umgehen können.