Bundesbank-Vorträge mit „echten Blüten“ bei Einzelhandels- und Bank-Azubis

Reinhold Gerl, Referent der Deutschen Bundesbank aus Regensburg mit Einzelhandels-Azubis bei der Prüfung von „Blüten“Reinhold Gerl, Referent der Deutschen Bundesbank aus Regensburg mit Einzelhandels-Azubis bei der Prüfung von „Blüten“Mit einem „echten“ 600er Euroschein eröffnete Reinhold Gerl von der Deutschen Bundesbank Regensburg seine Vorträge über Zahlungsverkehr und Falschgeld an der Kaufmännischen Berufsschule Deggendorf. Dass der 600er offensichtlich eine „Blüte“ war, erkannten die Schülerinnen und Schüler aus den Fachbereichen Einzelhandel, Großhandel und Bank sehr schnell, denn nicht nur die 600, sondern vor allem die darauf abgedruckten freizügigen Männerdarstellungen waren sehr ungewöhnlich. Schwieriger wurde es schon bei den falschen Scheinen ab 50 € und 100 €. Am Beispiel eines alten 10-DM-Scheins verdeutlichte Gerl, wie wenig Sicherheitsmerkmale die alten Geldscheine im Vergleich zu heute hatten. Mit dem am häufigsten gefälschten 50-Euro-Schein erläuterte der Referent dann die einzelnen Sicherheitsmerkmale, die nach dem Grundsatz „Sehen, Kippen, Fühlen“ erkannt werden können.

Papierqualität, die Figur der Europa als Wasserzeichen, Sicherheitsfaden, Portrait-Hologramm, Perlglanzstreifen, Smaragdzahl und fühlbare Strukturen an den Notenrändern mit unterschiedlichen Abständen für Sehbehinderte waren ebenso Thema wie einige Fakten über den Zahlungsverkehr. So entsteht jährlich bei einem Bargeldumlauf von 250 Mrd Euro eine Schadenssumme von 3 bis 4 Millionen Euro nur in Deutschland, allerdings so Gerl, sei die Schadensquote im Euroraum doppelt so hoch.

Beim Vergleich der vom Referenten mitgebrachten „Blüten“ mit eigenen Banknoten zeigten sich Schüler und anwesende Lehrkräfte sehr erstaunt ob der hohen Qualität der Blüten, die im Tagesgeschäft wahrscheinlich nur schwer herausgefiltert werden können. Sogar der mitgebrachte Prüfstift eines Azubis erkannte einen falschen 100-Euro-Schein nicht. „Umso wichtiger ist die Erfahrung an echtem Falschgeld der Bundesbank“, so die Abteilungsleiter für Bank und Einzelhandel, OStR Johann Kuchl und StD Rudolf Neuhierl, die sich als Organisatoren der Veranstaltung beim Referenten Reinhold Gerl für die gelungenen Vorträge bedankten.

Den schönen 600er darf man übrigens rechtlich unbedenklich besitzen, dafür ist er zu offensichtlich falsch.