Quelle: Donau Anzeiger | Deggendorf und Umgebung | 28.10.2017

Fünftägige Typisierungsaktion der Kaufmännischen Schulen – Lob von Staatssekretär Sibler

Die Schulleiter Ernst Ziegler (Gewerbliche Berufsschule, l.), Johann Riedl (Kaufmännische Berufsschule und Wirtschaftsschule, 2. v. l.), Organisator Michael Gleißner (hinten), Kultus-Staatssekretär Bernd Sibler (2. v. r.), Ursula Weiss (stellvertretende Vorsitzende der Aktion Knochenmarkspende Deggendorf, M.), Manuela Ortmann (Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern) sowie Schüler hoffen, dass sich möglichst viele Freiwillige typisieren lassen. (Foto: Hausladen) Die Schulleiter Ernst Ziegler (Gewerbliche Berufsschule, l.), Johann Riedl (Kaufmännische Berufsschule und Wirtschaftsschule, 2. v. l.), Organisator Michael Gleißner (hinten), Kultus-Staatssekretär Bernd Sibler (2. v. r.), Ursula Weiss (stellvertretende Vorsitzende der Aktion Knochenmarkspende Deggendorf, M.), Manuela Ortmann (Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern) sowie Schüler hoffen, dass sich möglichst viele Freiwillige typisieren lassen. (Foto: Hausladen) Deggendorf. (oh) „Ärmel hoch im Kampf gegen Leukämie“ heißt es eine Woche lang an den Kaufmännischen Schulen in Deggendorf: Vom 13. bis 17. November, jeweils von 9 bis 15 Uhr, findet eine Typisierungsaktion statt.

Die Organisatoren hoffen, dass möglichst viele Schüler, Lehrer, Eltern und andere Freiwillige sich in der Sporthalle erfassen lassen. „Stammzellen sind das wertvollste Geschenk der Welt, sie können Leben retten. Die Typisierung erfüllt zudem unseren Bildungsauftrag, nicht nur Wissen und Können zu vermitteln, sondern auch Herz und Charakter“, freut sich der Leiter der Kaufmännischen Berufsschule, Johann Riedl, über die von Lehrer Michael Gleißner initiierte und zusammen mit der Aktion Knochenmarkspende organisierte Aktion. Die Schirmherrschaft hat Kultus-Staatssekretär Bernd Sibler übernommen.

Organisator spendete selbst

Gleißner bekam selbst die Chance, zum Lebensretter zu werden, und konnte am 15. Januar 2015 einer Patientin aus Schweden seine gesunden Stammzellen spenden, sodass diese die Chance auf ein neues Leben bekam. „Wir haben Kontakt zueinander“, berichtete Gleißner, „jemandem konkret zu helfen und das Leben zu retten ist ein überragendes Gefühl.“ Dies veranlasste den Lehrer dazu, im Juni 2015 zu einer Typisierung an der Berufsschule Passau aufzurufen – und er hatte großen Erfolg: 880 Schüler ließen sich in die weltweite Datei aufnehmen. Inzwischen arbeitet Gleißner an der Kaufmännischen Berufsschule in Deggendorf und strebt dort das gleiche Projekt an. Er berichtet in jeder Klasse von seinen Erfahrungen und beantwortet Fragen. „Das Interesse der Schüler und die Bereitschaft zu helfen ist enorm“, freut er sich. Viele wollen sich nicht nur selbst typisieren lassen, sondern haben bereits im Vorfeld bei Werbung und Vorbereitung geholfen und werden auch in der Aktionswoche kräftig mit anpacken, berichtete Gleißner.

„Tolle Aktion“

„Das ist eine tolle Aktion der Schule“, zeigte sich Sibler beeindruckt. Schüler und Lehrer zeigten große Bereitschaft, anderen zu helfen, zudem habe die Typisierung auch einen sehr hohen pädagogischen Wert. Er habe die Schirmherrschaft sehr gerne übernommen. Vor allem junge Menschen seien im Kampf gegen Blutkrebs sehr wichtig, betonte Manuela Ortmann von der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern: „Die haben die besten Voraussetzungen, Stammzellen zu spenden, und stehen viele Jahrzehnte Patienten auf der ganzen Welt als mögliche Lebensretter zur Verfügung. Die Typisierungsaktion wird unter ärztlicher Aufsicht stattfinden und dauert pro Person nur etwa fünf Minuten, sagte sie.

Info

Leukämie ist heilbar, wenn rechtzeitig der passende Spender gefunden wird. Bei der Typisierung werden aus einer geringen Menge Blut die Gewebemerkmale eines möglichen Spenders untersucht. Die Ergebnisse werden in anonymer Form von der Datenbank weltweit für Suchzentren zur Verfügung gestellt. Eine Stammzell- oder Knochenmarkspende hat nichts mit dem Rückenmark zu tun. Die Registrierung umfasst eine aufwendige molekulargenetische Gewebeuntersuchung und kostet 40 Euro. Die Kosten müssen aus Spendenmitteln bezahlt werden. Spender sollten gesund und im Alter zwischen 17 und 45 Jahren sein. Sie bleiben bis zum vollendeten 60. Lebensjahr in der Datei. Die Spender werden gebeten, die Chipkarte der Krankenkasse mitzubringen, um eine rasche und fehlerfreie Aufnahme der Adressdaten zu gewährleisten.