Die angehenden Industriekaufleute im ersten Ausbildungsjahr der Kaufmännischen Berufsschule Deggendorf mit Polizeioberkomissar Günter Reithmeier (links) und Polizeihauptmeisterin Barbara Semmler (3. von links) sowie Schulleiter OStD Johann Riedl (2. von links) und der Initiatorin Organisatorin StRin Stefanie ZimpelDie angehenden Industriekaufleute im ersten Ausbildungsjahr der Kaufmännischen Berufsschule Deggendorf mit Polizeioberkomissar Günter Reithmeier (links) und Polizeihauptmeisterin Barbara Semmler (3. von links) sowie Schulleiter OStD Johann Riedl (2. von links) und der Initiatorin Organisatorin StRin Stefanie ZimpelUnter dem Motto „Zivilcourage – Weggeschaut ist mitgemacht“ führte das Polizeipräsidium Niederbayern, vertreten durch die zwei Präventionsbeauftragen der Polizeiinspektion Deggendorf, ein Präventionsseminar für die angehenden Industriekaufleute im ersten Ausbildungsjahr an der Kaufmännischen Berufsschule Deggendorf durch.

Zu Beginn der Aktion galt es seitens der Schüler zunächst die Frage zu klären, ob das Leben in unserer heutigen Zeit gefährlicher sei als früher. Polizeihauptmeisterin Barbara Semmler betonte, dass dies nicht der Fall sei, es jedoch subjektiv anders wahrgenommen wird, aufgrund der ausgeprägten Medienlandschaft. Das Gewaltempfinden wird von jeder Person anders wahrgenommen, abhängig von den eigenen Erfahrungen und dem sozialen Umfeld jedes Einzelnen. In verschiedenen Filmsequenzen wurden opfertypische Verhaltensweisen aufgezeigt und Lösungsstrategien gemeinsam mit den Schülern erarbeitet.

Neben einem kurzen Einblick in die rechtlichen Grundlagen standen zudem zahlreiche Übungen und Rollenspiele zu Alltagssituationen, in denen sich die Schüler spielerisch mit den Themen Gemeinschaft und Kommunikation, Gewalt und  Zivilcourage auseinandersetzten auf dem Programm. So wurde etwa im Rollenspiel „Busfahrt“ die Situation einer Belästigung simuliert. Dazu wurden den Schülern verschiedene Rollen zugewiesen. Ahnungslos, was nun passiert, sollten die „Fahrgäste“ auf das Ereignis reagieren. Im Anschluss wurden die Szenen im Stuhlkreis aufgearbeitet und reflektiert. „Ein Täter sucht sich seine Opfer genau aus!“, betonten die Experten. Deshalb wurden mit den Schülern insbesondere Handlungsweisen im Umgang mit kritischen Situationen durchgesprochen. Die Experten wiesen auch darauf hin, dass es im Fall einer Gewaltandrohung für die polizeilichen Ermittlungen auf eine möglichst genaue Täterbeschreibung ankommt. Wie ein genaues Täterprofil aussehen kann, wurde anhand eines Praxisbeispiels verdeutlicht.

Ziel dieser Aktion war es, den Jugendlichen Verhaltensweisen und Strategien zu vermitteln, um in Gefahrensituationen möglichst richtig zu reagieren, ohne sich und andere unnötig zu gefährden. Zudem sollen sie motiviert werden, sich für andere Menschen einzusetzen und dadurch täglich Zivilcourage zu leben. Zivilcourage kann tagtäglich von jedem von uns eingefordert werden, wie uns nicht zuletzt der tragische Tod eines Jugendlichen aus Passau zeigte.